Voice of (the other) America

Das gute Amerika, das Amerika, wo ehrliche Arbeit zählt, wo Fremde schnell zu Freunden werden und wo manchmal auch die grossen Hoffnungen der kleinen Leute in Erfüllung gehen, ist keine Neuerfindung der letzten paar Monate. Den Soundtrack zu diesem Land, den gibt es schon lange. Der Sänger und Songwriter James Taylor ist es, der dem guten Amerika seit 40 Jahren seine Stimme leiht.

Bei uns ist Taylor trotz fünf Grammys und Hits wie «You’ve Got A Friend» ein Geheimtipp geblieben. Der Sänger Patrick Stoll aber singt Taylors Songs seit über 20 Jahren, für sich und an Konzerten. Mit seiner Band «Red Box» hat er James Taylor kürzlich eine CD gewidmet. «Handle with Care» heisst die Scheibe, auf der neben elf Songs des amerikanischen Singer-Songwriters auch vier Eigenkompositionen zu hören sind.

Mit einem Dutzend von Taylors schönsten Songs sind «Red Box» jetzt auch unterwegs. Begleitet wird Patrick Stoll von der Sängerin Flavia Zucca und dem Gitarristen Martin Gisler. Die drei kennen sich seit Jahren von anderen Projekten her, für «Red Box» kehren sie für einmal auch, aber nicht nur, ihre romantische Seite nach aussen. Zu hören gibt es starke Stimmen, überraschende Arrangements und eine Gitarre, die Taylors wunderbaren Kompositionen den nötigen Rauhschliff verpasst.
RED BOX are
Patrick Stoll and Martin Gisler

Recorded and mixed by
Martin Gisler at Martin Studios, Schaffhausen
martin.studios@bluewin.ch

Mastered by Walter Schmid at
Oakland Recording, Winterthur

Artwork created by
Heinz Bugmann and Serge
Riedener for Inhalt&Form,
Zürich. www.iundf.ch

Photos taken by
Alois Jauch, Zürich.

Contact: Patrick Stoll:
patrick@redboxmusic.ch
«Handle With Care» ist Musik, die Geschichten erzählt
Do 4. Dezember 2008

«Wir fangen mit diesem Album und dieser Band bei null an.
Ich bin gespannt, wohin die Reise geht», sagt Patrick Stoll.

Bild Claudia Härdi
Kopf der Woche Patrick Stoll, Englischlehrer und Sänger bei Red Box und King Cover

Am Samstagabend ist es so weit. Red-Box-Sänger Patrick Stoll meldet sich musikalisch mit der neuen Scheibe «Handle With Care», die in der «Sommerlust» getauft wird.

Red Box ist eine ganz neue Formation. Red Box sind der Sänger Patrick Stoll und der Gitarrist Martin Gisler. Mit Sängerin Flavia Zucca und vielen anderen guten Musikern und Musikerinnen haben sie ein Album mit schönen, ruhigen, aber auch überraschenden Songs eingespielt. Rauhe, eingängige Gitarrenmelodien, mal leise und nachdenklich, mal mitreissend und beschwingt. Musik, die Geschichten erzählt und viele Bilder im Kopf entstehen lässt.

Elf Stücke sind Interpretationen von James-Taylor-Songs, einem bekannten amerikanischen Musiker. Zu hören gibt es zum Beispiel: «Gorilla», «Mean Old Man», und «Summers Here». «Handle with Care» ist somit dem Singer-Songwriter Taylor gewidmet, dessen Musik Stoll ein Leben lang begleitet hat. Dazu kommen «The Mirror», «A Story To Tell», «Handle With Care» und «Let Me Be Your Problem». Es sind vier Stücke, die aus der Feder Stolls stammen. Diese Songtexte fristeten bis anhin ein eindimensionales Leben auf Papier. «Mit diesem Album konnte ich einen Traum verwirklichen. Mein Vorsatz war: Ich will viel und viel neue Musik machen», sagt der Red-Box-Sänger, der ausserdem auch bei King Cover singt. Entstanden ist das Album «Handle With Care» in seiner Freizeit. Denn Stoll ist nicht Berufsmusiker wie Gisler, sondern unterrichtet Englisch. Zum einen an der Kantonsschule und zum anderen im Bereich Business English. Er sei eine «School On Wheels», erklärt Stoll. «Am Morgen die Jungen in Jeans, am Mittag die Älteren in Anzug und Krawatte. Eine spannende Mischung, die mir gefällt und die auch für den nötigen Ausgleich sorgt», erzählt Stoll. Aber zurück zur Musik: Von der Idee bis zur fertigen Scheibe verging ein Jahr. «Der Aufwand war enorm, doch es war auch eine grosse Bereicherung. Ich habe viel gelernt. Wir fangen mit diesem Album und dieser Band bei null an, und ich bin gespannt, wohin die Reise geht», sagt der Sänger. «Handle with Care» ist nicht nur der Titel des Albums, sondern steht auch für die sorgfältige Arbeitsweise, mit der die Songs produziert wurden. «Ich kenne jeden Ton. Martin Gisler fragte mich bei den Aufnahmen dauernd, ob ich das so auf der Scheibe haben wolle. Er wollte sichergehen, dass das Album meinen Vorstellungen entspricht», erzählt Stoll, der mit dem Resultat richtig happy ist.

«Unbeschreiblich guter Abend»
Schaffhauser Nachrichten, Montag 8. Dezember 2008, Region
Was ist eigentlich eine Plattentaufe? Diese Frage stellte sich am Samstag nicht nur mancher Besucher der «Sommerlust», sondern auch deren Inhaberin Verena Prager. Zum erstenmal wurde im Schaffhauser Lokal am Rhein eine CD-Taufe zelebriert, und Verena Prager fand es mehr als nur angebracht, der ersten Plattentaufe der neuen Formation «Red Box» die gebührende Ehre zu erweisen. Sichtlich aufgeregt, trat kurz nach neun Uhr Patrick Stoll, der Sänger von «Red Box», auf die Bühne und überzeugte das Publikum auf Anhieb mit einer Interpretation des Liedes «Secret of Life» des amerikanischen Folk- und Popkünstlers James Taylor.
Begleitet von nur einer E-Gitarre, beeindruckte der Schaffhauser Sänger das Publikum mit seiner kraftvollen und gefühlsstarken Stimme. Patrick Stoll ist in der Schaffhauser Musikszene kein Unbekannter. Viele der anwesenden Zuhörer haben den Musiker mindestens schon einmal als Sänger bei der Party-Combo «King Cover» gesehen. Und diejenigen, welche «King Cover» schon einmal gesehen haben, kennen auch Martin Gisler, der sowohl bei «King Cover» als auch bei der neuen Band «Red Box» an der Gitarre tätig ist. Leider kamen die Fans des Gitarristen am Samstagabend nicht auf ihre vollen Kosten: Bei einem kleineren Unfall in seinem Garten quetschte sich Gisler seine Hand so sehr, dass die Durchführung des Konzerts und somit auch der Plattentaufe in Frage gestellt werden musste. Ein richtiger Profi lässt sich jedoch anscheinend von ein paar blauen Fingern nicht sonderlich beeindrucken, und so stieg der Musiker kurzerhand von der akustischen auf die elektrische Gitarre um, und konnte das Konzert dennoch stattfinden. Nebst Stoll und Gisler gehört auch die Sängerin Flavia Zucca zur Band «Red Box». Flavia Zucca überzeugte den beinahe vollen Saal in der «Sommerlust» in den eigenen Liedern der Band wie zum Beispiel im Song «Handle with Care», dem Titelsong der neuen Scheibe. Bei einem Konzert mit einer Plattentaufe ist normalerweise die Plattentaufe das Highlight des Abends. Nicht so bei «Red Box». Ihr Werk wurde ganz unspektakulär und mit viel Humor in einer kleinen Konzertpause getauft. Ohne eine lange Rede zu halten, wurde die Scheibe von zwei Taufpaten mit Champagner übergossen und mit grossem Applaus in der Welt der Musik willkommen geheissen. Das eigentliche Highlight des Abends war also das Konzert selbst. Stoll hat verschiedenste Musikerfreunde eingeladen, um mit ihm ein Konzert zu gestalten, welches von einer Spontaneität der Musiker gekennzeichnet war, wie sie wohl keiner der Zuhörer zuvor erlebt hat. Man könnte beinahe sagen, dieser Abend war unbeschreiblich in seiner Art und Weise, einfach unbeschreiblich gut.

Die nackte Schönheit

Es gibt Bands, die sich an Konzerten kaum mehr bewegen können, so verstellt mit Gerätschaften und Sperenzchen sind die Bühnen, auf welchen sie konzertieren. Und so verstellt ist meist auch deren Musik. Einen anderen Vorschlag formulieren Red Box, ein taufrisches Duo aus der Region Schaffhausen. Eine Gitarre, eine Stimme und eine handvoll Geschichten - so einfach sind die Zutaten auf ihrem Erstling "Handle With Care". Und so durchschlagend ist dieses Rezept.

Ganz der Tradition von Singer-Songwritern wie James Taylor verpflichtet (diesem wird übrigens mit einigen charmant arrangierten Covers gehuldigt) laden "Red Box" den Hörer zu einer entspannten Lustfahrt durch die Weiten der Musik und des Lebens ein. Schon die erste Zeile auf dem Album macht dies deutlich: Diese besagt nämlich, dass das Geheimnis eines erfüllten Lebens darin bestehe, es zu geniessen, wie die Zeit vergeht. Sänger Patrick Stoll (ex Lemn Pur) und Gitarrist Martin Gisler wissen dem Hörer alleweil, diese Zeit zu versüssen.

Diese Musik misst sich nicht in gespreizten Melodiebögen und virtuosen Sololäufen, nicht in anspruchsvollem Gestus und nicht in grober Attitüde. Es ist die einnehmende Intimität und bestechende Schlichtheit dieser 15 Songs, die diese Aufnahme zu etwas Grossem macht. Nach 50 erfüllten, erholsamen und – nicht zu vergessen: enorm unterhaltsamen Minuten bleibt nur ein Wunsch: dass es mehr dieser begabten aber bescheidenen Künstler gäbe, die nicht sich selbst, sondern nur die nackte Schönheit der Musik ins Rampenlicht stellen. Schaffhausen im Februar 2009

Christoph Lenz
ist Musikredakteur beim Berner Bund.


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